Mittwoch, 8. Oktober 2008

Warum?

Es ist mal wieder soweit. Es ward in letzter Zeit ruhig um mich geworden, ich fand eine besondere Person mit der ich auch viel Zeit verbringe. Die letzte, wie ich vermute, Depression ist bereits mehrere Wochen her doch nun ist/war es mal wieder so weit. Ich sitze hier, am zittern wie nichts Gutes. Ich habe eigentlich nie kalt, ausser wenn es wirklich sehr kalt ist oder ich eine solche Phase habe.
Wie gesagt, ich zittere. Normalerweise ist mein Fenster offen und ich fuehle mich wohl dabei, gerade ist es geschlossen. Die Heizung laeuft. Ich habe eine Decke. Ich zittere.
Ich hasse mein Leben.
Ich hatte in letzter Zeit das Problem dass ich entweder nicht wusste was ich schreiben soll, oder meine Stimmung zu gut zum schreiben war. Um ehrlich zu sein kam es gar einmal vor, dass meine Stimmung zu schlecht war. Ich lag auf der Couch, auf der ich gerade sitze. Ich bekam von allem um mich herum nichts mit und hatte abwechselnd Anfaelle von ploetzlich eintretender Kaelte oder Hitze.
So krass wie zu dieser Zeit ist es jetzt zum Glueck nicht.
Dennoch: Ich sitze hier und zitter. Wenn es doch nur beim zittern bleiben wuerde. Ich habe heute noch nichts gegessen. Eiskonfekt und Tortillachips. Ich habe Hunger, aber wuerde ich nun etwas essen muesste ich kotzen. Das ist immer so, wenn es mir so geht. Ich habe Zeit, zu viel Zeit. Zeit zum nachdenken, Zeit um dumme Dinge anzustellen, Zeit meine Depression auszuleben. Mein Alkohol- und Medikamentenkonsum ist zu hoch. Das merke ich jedesmal wenn ich Schmerztabletten nehme, es ist nicht so als dass ich sie nehmen wuerde um Schmerzen zu beseitigen, aber dies sollten sie eigentlich tun und das tun sie nicht mehr. Ich nahm vermutlich bereits zu viele. Der Alkohol frisst mein Geld auf.
Eine mir sehr wichtige Person distanziert sich von mir und sagt mir nicht warum, eine weitere existiert mit der ich allerdings nicht viel zu tun hab und die eh nicht viel zeit hat. Bleibt nur noch eine. Ich bin sehr froh sie zu haben. Wenn sie in der Naehe ist und ich mit ihr gemeinsame Stunden verbringe bin ich nicht so schlecht gelaunt wie eigentlich sonst immer. Ich war gelegentlich sogar gluecklich! Kein 'juhu mein buch ist endlich da'-gluecklich. Eher ein 'frau und herr zyx, ich habe eine gute nachricht fuer sie. ihr sohn wird durchkommen. er wird wieder gesund'-gluecklich.
So sollte ich eigentlich immer gelaunt sein, ich habe schlieszlich so gesehen ein recht gutes Leben. Aber das bin ich nicht, und das werde ich auch nie sein koennen. Ich glaube, das liegt in der Natur von uns Misanthropen. Es ist wie eine Art Fluch. Wir gehen zwar mit offenen Augen durch die Gegend und hinterfragen viele Dinge, doch dies zu einem hohen Preis. Ausgesucht haben es sich wohl die wenigsten. Ich moechte es mal so ausdruecken: ignorance is bliss.
Ich weisz nicht ob mein Leben lebenswert ist, doch ich werde es mir nicht nehmen. Zumindest nicht in den naechsten Tagen, Wochen und Monaten. Hassen tu ich es dennoch. Und wisst ihr was? Ich frage mich jeden Tag aufs Neue warum ich es nicht (nochmal) versuche, mir es zu nehmen. Ich finde zwar keine einleuchtende Antwort, aber irgendetwas haelt mich davon ab.

Ich hoere Musik, doch staendig die gleiche. Es ist wie mit dem Leben, staendig wiederholt es sich.
Ich bin ein Wrack. Ich hasse mich und mein Leben. Es hat viele Gruende. Ich hasse mein Aussehen, meine Art zu reden, wie ich mich benehme, meine ganze Existenz. Ausserdem kann ich nicht bloggen. Ich bin schriftstellerisch nicht grade ein Genie und weisz eigentlich gar nicht warum ich das hier schreibe. Ich tu es einfach. Lesen tut es vermutlich eh nie jemand und wenn doch, dann nicht viele und diese werdens nicht gut finden. Damit haben sie auch recht.
Die Leute sehen mich, hoeren mich und schon bin ich ihnen unsympatisch. Sie lernen mich zu hassen, doch das ist schon in Ordnung, ich tu es ja selber und ausserdem hasse ich sie auch.
Ich habe nicht viele Emotionen und die positiven treten nur selten auf. Meistens ist viel Hass und Melancholie im Spiel.
Abends gehe ich schlafen, oder besser: ich versuche es. An Tagen wie diesem hier kann ich nachts nicht schlafen. Ich liege stundenlang wach und habe Gedanken, viele Gedanken. Meist Gedanken ueber die Vergaenglichkeit, in jeder Hinsicht. Ausserdem bin ich alleine, natuerlich bin ich es. Und genau so fuehle ich mich auch, besonders nachts. Wenn ich dann doch zu meinen paar Minuten Schlaf komme wache ich bald auf und wuenschte mir nicht aufgewacht zu sein. Ich wuensche mir, nie mehr aufzuwachen. Doch so einfach wird es mir nicht gemacht. Ich liebe die Nacht. Sie ist wunderschoen, doch der Versuch zu schlafen ist grausam.
Nun ist es knapp 3 Stunden her, seit ich begann diesen Post zu schreiben, derzeit ist es halb 5, und es hat sich nichts geaendert. Gedauert hat dies unter anderem so lang, da ich am zittern bin und es nicht so einfach ist zu tippen.


Ich kann tun was ich will, aber am Ende nuetzt es ja doch nichts. Ich hasse mein Leben.
 
I'm nothing.

Kommentare:

windmill hat gesagt…

hmmm... interessant. Vielleicht solltest du die gesellschaftlichen Konventionen weniger in Frage stellen, obwohl das vielleicht schwer fällt. Manchmal muss man halt eben gewisse soziale Normen einhalten, sonst kommt man nicht an die Menschen heran. Dazu kommt, jemand schnell eine bereits gebildete zwischenmenschliche Beziehung abbgebbricht, wenn diese dazu führt, dass derjenige dadurch in der sozialen Hierarchie nach unten sinkt.
Und vielleicht solltest du einfach mal versuchen, ohne Vorurteile an eine Person heranzugehen und keine Angst vor Ablehnung zu haben. Eine andere Grundeinstellung kann viel verändern.
Vielleicht solltest du auch mal mit einem Psychologen sprechen, ein bisschen Unterstützung kann nicht schaden =)

Anonym hat gesagt…

1)Get up
2)Do something with your fucking life
3)Delete this crap

tatjana. hat gesagt…

sich anpassen, sich verstellen, obwohl man es besser weiß? obwohl man eigentlich anders ist? sich anpassen, um die minderwertige heuchlerische zuneigung von außen zu bekommen, nach der alle streben, von der man weiß, sie ist nur oberflächlich und bringt einem nichts...? nein, windmill. menschen lieben einen nur, wenn man gefügig ist. wenn man seinen eigenen kopf durchsetzen will und ihnen nicht passt, wenn man schwierig und anders ist, dann ist es den widerlichen menschen shcon zu viel hirnaktivität und mühe, dann lieben sie den umgang mit dir nicht mehr. aber du bist mehr als ise, besser als sie. eine welt ohne menschen wäre schöner, aber wir sind nun einmal hier. also hole man das meiste aus unseren entarteten gehirnen heraus. alles, was die welt einem gibt und von einem nimmt. alles, was die natur gibt und ihr rest. alles was ich und du begreifen können. was alle anderen menschen nicht begreifen können. und nicht mein oder dein leben für minderwertiges pack aufopfern....

(ich hab irgendwie scheiße zusammengeschrieben, aber ich bin zu aufgeregt, als dass ich mich treffender ausformulieren könnte. verzeih.)

futruym hat gesagt…

Vielen Dank fuer diesen Kommentar tatjana.
Du scheinst mich annaehernd zu verstehen.